Die Zukunft der Jugend- und Familienangebote in Treptow-Köpenick ist zunächst gesichert. Der Jugendhilfeausschuss hat beschlossen, die Finanzierung der bestehenden Angebote vorläufig weiterzuführen. Damit sind akute Kürzungen, die viele Einrichtungen und freie Träger befürchtet hatten, zunächst abgewendet. Für Kinder, Jugendliche, Familien sowie die Beschäftigten bedeutet das kurzfristig mehr Sicherheit und Stabilität.
Hintergrund der Entscheidung
In den vergangenen Monaten hatte es große Unsicherheit gegeben. Im Zuge der Haushaltslage standen Einsparungen im Raum, die erhebliche Auswirkungen auf Jugendclubs, Familienzentren und Beratungsangebote hätten haben können. Viele Träger sahen ihre Arbeit gefährdet und mussten sich mit der Möglichkeit von Einschränkungen oder sogar Schließungen auseinandersetzen.
Mit dem aktuellen Beschluss wird die bisherige Finanzierung zunächst in voller Höhe fortgeführt. Pauschale Kürzungen wurden gestoppt, um Zeit für eine sorgfältige Prüfung und für Gespräche mit den Trägern zu gewinnen. Ziel ist es, tragfähige und sozial verantwortliche Lösungen zu entwickeln, statt kurzfristige Einschnitte vorzunehmen.
Paul Bahlmann, Fraktionsvorsitzender und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Treptow-Köpenick, kommentierte den Beschluss: „Wir haben einen eigenen Vorschlag für die Zukunft der Jugendlandschaft vorgelegt. Das ist einmalig. Wir wollen grobe Kürzungen in der Jugendarbeit abfedern. Die Schließung der Streetwork im Kosmosviertel sowie des Familienzentrums in Friedrichshagen sollen abgewendet werden. Einen Weg zur Gegenfinanzierung haben wir aufgezeigt und politisch vorbereitet. Die Frage ist, ob das Amt bereit oder fähig dazu ist, ihn zu gehen.“
Warum nur „vorläufig“?
Trotz dieser positiven Nachricht bleibt die Situation angespannt. Die Sicherung gilt ausdrücklich nur für einen begrenzten Zeitraum. Die grundlegenden Probleme sind weiterhin vorhanden: steigende Kosten, Tarifsteigerungen, Inflation und begrenzte finanzielle Spielräume auf Bezirksebene.
Hinzu kommt, dass die Finanzierung der Jugendhilfe stark von Entscheidungen auf Landesebene abhängt. Ohne strukturelle Verbesserungen und eine auskömmliche Finanzierung besteht die Gefahr, dass die Diskussion um Einschnitte im Laufe des Jahres erneut geführt werden muss. Für die Träger bedeutet das weiterhin Unsicherheit bei Personal und Planung.
Politische Bedeutung
Die Entscheidung hat eine wichtige politische Signalwirkung. Sie zeigt, dass Jugend- und Familienangebote im Bezirk eine hohe Priorität haben und dass pauschale Kürzungen auf Widerstand stoßen. Gleichzeitig macht sie deutlich, wie groß der Handlungsdruck auf Bezirks- und Landesebene ist, langfristige Lösungen zu entwickeln.
Viele Träger fordern mehr Transparenz, frühzeitige Beteiligung und verlässliche Rahmenbedingungen. Die aktuelle Situation unterstreicht, wie wichtig eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und freien Trägern ist.
Was jetzt wichtig wird
Die kommenden Wochen sind entscheidend, um die Zukunft der Angebote nachhaltig zu sichern. Dazu gehören intensive Gespräche mit den freien Trägern, eine Klärung der Finanzierung mit dem Land Berlin sowie die Entwicklung stabiler Haushaltslösungen. Gleichzeitig muss die Qualität der Angebote erhalten bleiben, denn Kontinuität und Vertrauen sind zentrale Voraussetzungen erfolgreicher Jugendarbeit.
Ohne strukturelle Veränderungen droht, dass ähnliche Debatten in den kommenden Jahren erneut geführt werden. Deshalb geht es jetzt nicht nur um eine kurzfristige Stabilisierung, sondern um langfristige Planungssicherheit und eine verlässliche soziale Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Familien in Treptow-Köpenick.
Weitere Infos dazu gibt es bei der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Treptow-Köpenick.
