Am 13. August 2026 jährt sich der Bau der Berliner Mauer zum 65. Mal. Aus diesem Anlass laden das Bezirksamt Treptow-Köpenick und die Bezirksverordnetenversammlung zu einem öffentlichen Gedenken an drei historischen Erinnerungsorten im Bezirk ein. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erinnern an die Opfer der deutschen Teilung – an Menschen, die an der innerdeutschen Grenze ihr Leben verloren, sowie an alle, die durch die Teilung Berlins Leid erfahren haben.
Treptow-Köpenick war durch seine Lage entlang der ehemaligen innerstädtischen Grenze besonders stark vom Mauerbau betroffen. Rund 17 Kilometer der Berliner Mauer verliefen durch das heutige Bezirksgebiet. Zahlreiche Fluchtversuche endeten hier tödlich, mindestens 15 Menschen kamen allein im Bereich Treptow ums Leben. Mahnmale, Stelen und Erinnerungsorte im gesamten Bezirk halten diese Geschichte bis heute sichtbar.
Die Gedenkveranstaltungen finden in folgender Reihenfolge statt:
15:30 Uhr – Friedhof Baumschulenweg (Neuer Teil), Kiefholzstraße 222–236
Gedenken an die sogenannten Mauertoten ohne individuelle Grabstätte. Auf dem Friedhof befinden sich Gedenktafeln für Menschen, deren Asche anonym beigesetzt wurde. Der Ort steht stellvertretend für viele Opfer, denen bis heute kein persönliches Grab gewidmet werden konnte.
16:00 Uhr – Kiefholzstraße / Nähe Dammweg (hinter der Kleingartenanlage „Kuckucksheim“)
Kranzniederlegung am Gedenkort für die beiden Kinder Jörg Hartmann (10) und Lothar Schleusener (13). Sie wurden 1966 beim Versuch, die Berliner Mauer zu überwinden, erschossen. Ihr Schicksal macht die Härte und Unmenschlichkeit des Grenzregimes in besonders eindrücklicher Weise sichtbar.
16:30 Uhr – Chris-Gueffroy-Allee (nahe Kleingartenanlage „Harmonie“)
Gedenken an Chris Gueffroy, der im Februar 1989 als letzter Mensch an der Berliner Mauer erschossen wurde. Sein Tod steht sinnbildlich für das Fortbestehen der tödlichen Grenze bis kurz vor ihrem Fall.
An den Gedenkveranstaltungen nehmen der Bezirksbürgermeister Oliver Igel sowie der Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Peter Groos teil. Beide werden an den jeweiligen Erinnerungsorten Gebinde niederlegen und das Gedenken begleiten.
Auch die SPD Treptow-Köpenick wird aus ihrem Selbstverständnis heraus wieder an den Gedenkveranstaltungen teilnehmen – ebenso wie Vertreterinnen und Vertreter anderer demokratischer Parteien im Bezirk. Das gemeinsame Erinnern ist ein überparteiliches Zeichen der Verantwortung.
Das jährliche Erinnern ist Ausdruck der historischen Verantwortung des Bezirks Treptow-Köpenick. Es soll nicht nur die Opfer würdigen, sondern zugleich mahnen, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte zu schützen und gegen jede Form von politischer Gewalt einzutreten.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich dem Gedenken anzuschließen und gemeinsam ein Zeichen der Erinnerung und des Mahnens zu setzen.
